Glatteisunfall Dezember 1979

(Beitrag von Uwe Horn)


Unfallmeldung

Am 30. Dezember 1979 hatte ich auf einer Dienstfahrt mit einem Wolga G24 einen Unfall bei Glatteis. Hier ist die Unfallmeldung dazu:


Entwurf der Unfallmeldung

Und die Originalmeldung im Entwurf sah so aus:


Folgen des Unfalls

Die Chronologie des Unfalls an Silvester war wie folgt:

An irgendeinem Tag nach Weihnachten bin ich mit meinem Nutzer General Ludwig und Ehefrau nach Prora zum KDF Objekt gefahren. Teile der KDF Anlage wurden von NVA Angehörige auch als Erholungsheim genutzt.


KDF- Anlage Prora


Nach einer Übernachtung bin ich dann am nächsten Tag zurück nach Strausberg gefahren. Am 30.12. sollte ich dann wieder nach Prora kommen, Silvester dort verbringen und am Neujahrstag mit Ehepaar Ludwig wieder zurück nach Strausberg fahren. Mit dem Unfall hatte sich das für mich natürlich erledigt. Den genauen Ablauf der Bergung habe ich natürlich nur noch bruchstückhaft in Erinnerung. Verletzt war ich jedenfalls nicht, das war schon mal das Gute an der ganzen Sache. Nach nicht allzu langer Zeit hat dann irgendwer mich und das demolierte Fahrzeug entdeckt. Das Wichtigste war natürlich, sich mit dem Kfz-Regiment in Verbindung zu setzen und den Vorfall zu melden, es musste ja ein Ersatzfahrer losgeschickt, beziehungsweise ich und mein Fahrzeug geborgen werden. Heute mit Handy kein Problem, aber damals? Mein freundlicher Helfer am Unfallort brachte mich von da nach Neuruppin zum Kreiskrankenhaus um telefonieren zu können. Umgehend wurde ein Abschleppfahrzeug losgeschickt (8.Kompanie?)

Irgendwann am Nachmittag kamen wir dann im Kfz Regiment wieder an, und ich durfte erstmal beim OvD vorstellig werden. Die erste Frage, die er mir stellte war,: „Wo wohnen Sie?“ Ihm kam es wahrscheinlich Spanisch vor, dass ich, um nach Prora zu kommen, die Autobahn nach Rostock nutzte. Er vermutete wahrscheinlich eine Schwarzfahrt, um zwischendurch zu Hause vorbeifahren zu können. Auf der Karte zeigte ich ihm meinen Heimatort, gelegen im Bezirk Halle. Also war das Thema Schwarzfahrt für ihn vom Tisch. Warum es eigentlich doch eine nicht ganz legale Fahrt war davon berichte ich später.

Den nächsten Befehl, den ich erhielt, war Schwarz-Kombi an und eine Nacht in Arrest. Da ich jetzt ohne Fahrzeug war, musste ich nun alles, was so auf dem Ausbildungsplan stand, über mich ergehen lassen. Mit Kfz konnte man sich ja so manches Mal davon entziehen. Der Wolga (Gas 24) war jedenfalls hinüber. Die Karosse war durch den seitlichen Aufprall total verzogen und somit Schrott. Ich wurde dazu verdonnert, in der Werkstatt mitzuhelfen, alles mechanische, was noch zu verwerten war, auszubauen, beziehungsweise an eine neue Ersatzkarosse wieder anzubauen. Das war eine ganz interessante Arbeit und hat mir auch sehr viel Spaß bereitet. Das dicke Ende kam aber noch. Ein Monatslohn Regress, keine Beförderung zum Unterfeldwebel nach anderthalb Jahren und als Cheffahrer wollte man mich auch absägen. Dazu musste aber natürlich der Nutzer mit einverstanden sein. Dazu gab es ein Treffen mit Generalleutnant Ludwig, Kommandeur Oberst Huber und meiner Wenigkeit im Ministerium in der Verwaltung Kader. Generalleutnant Ludwig eröffnete das kurze Gespräch mit der an mich gerichteten Frage, dass ihm zugetragen wurde, dass ich nicht mehr als Cheffahrer tätig sein wolle und ob das stimme. Ich war natürlich völlig überrascht von dieser Frage, hatte ich doch nie so eine Äußerung von mir gegeben. Mir war in dem Moment sofort klar, dass man mich als Fahrer von General Ludwig abschießen wollte. Nun, nachdem ich sagte, ich wäre weiter gerne seinen Fahrer geblieben, musste ich die Runde verlassen und alleine zum Regiment beziehungsweise Kompanie zurück laufen. Das Ergebnis der Aussprache war, das General Ludwig meine Ablösung nicht befürwortete, und ich sein Fahrer bis zur Entlassung blieb. Dafür war ich ihm natürlich sehr dankbar.


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Ludwig


Quelle: https://www.vtnvagt.de/index.php/der-verband/9-startseite/aktuelles/779-nachruf-fuer-generalleutnant-a-d-harald-ludwig

Traueranzeige Generalleutnant Ludwig