(Beitrag von Roland Schulze)
Eine Erinnerung aus dem 1. Diensthalbjahr auf der 2. Kompanie mit meinem KC.
Major Düring war als mein erster KC in den Stab gewechselt, neuer KC der 2. Kompanie wurde Hauptmann Ebert.
Ich war auf einem Zimmer mit einem EK, einem *Zwischenhund* und einem Kameraden aus meinem Diensthalbjahr zusammen. Der EK war kaum anwesend, er war wochenlang in Zivil in einer mir nicht näher bekannten Maßnahme unterwegs. Kurz nach *Amtsantritt* führte der KC einen Zimmerdurchgang durch, und landete auch in unserem Zimmer.
Mein Pech, dass ich als einziger anwesend war. Nach der Meldung von mir an den KC inspizierte er das Zimmer, meinen Spind soweit ich mich erinnere usw.
Dabei ist er an der Seitenwand des Spindes, welcher zum Fenster ausgerichtet war, und nicht offen einzusehen war, auf Bildern von *leicht-bis nicht bekleideten Frauen* gestoßen.




Auf die Frage, wer diese dort angebracht hatte, habe ich wahrheitsgemäß geantwortet, das weder ich diese Bilder dort angebracht habe, noch weiß, wer dieses getan hat. Den Anschiss bekam ich trotzdem, sowie die Aufforderung, die Bilder umgehend zu entfernen.
Nach Rückfrage mit den anderen *Bewohnern* außer dem nicht anwesenden EK, war dann relativ klar, das niemand von uns diese Bilder dort angebracht hat. Aber, wer aus dem 1. Diensthalbjahr wollte es sich mit *seinem* EK verscherzen? Ich nicht, daher sagte ich mir, ich nicht, das rühre ich besser nicht an.
Einige Tage später stürmte der KC in das Zimmer, zielgerichtet zu dem Spind, an deren Seitenwand die Bilder angebracht waren, und machte mich rund wie einen Buslenker, warum die Bilder immer noch da waren.
Sinngemäß kam dann die Aussage von ihm, wenn Sie nicht in der Lage sind, meinen Anordnungen /Befehlen zu folgen, brauchen Sie auch nicht mit Wünschen bezüglich Ausgang oder Urlaub an mich heran zu treten, ich werde das entsprechend berücksichtigen. Ich denke, für jeden Soldaten, der 24/7h auf Kompanie & ggf. auf einem 10-Mann Zimmer leben musste, wäre das ein richtiger *Tiefschlag* und wirklich bitter.
Dadurch, das wir als Fahrer für das Ministerium für Nationale Verteidigung mehrmals die Woche außerhalb der Kaserne unterwegs waren, hat mich diese Drohung weniger getroffen.
Ich habe mir gesagt, diese Genugtuung gibst du ihm nicht, und habe in den folgenden Wochen bewusst keinen Antrag auf Ausgang oder KU (Kurzurlaub) gestellt.
Eines Tages sagte der Schreiber zu mir, Hey, der KC fragt, warum Du keinen Ausgang beantragst! Ok, dachte ich mir, wenn er selber danach fragt, dann kannst du ja mal einen Versuch starten, und schauen, wie er aktuell reagiert. Also Ausgang beantragt, und…. bewilligt bekommen 😊.
Danach hatte ich auch keine Probleme mehr bei der Beantragung von Ausgang oder KU.
Bei der Abschlussfeier unseres 3. Diensthalbjahres erzählte der KC, mittlerweile zum Major befördert, meiner Lebensgefährtin, wie *nachtragend* ich doch sei, es war doch gar nicht so von ihm gemeint gewesen…😉
Kurze beiläufige Bemerkung: Zu dem Thema komme ich nochmal separat, es gab durchaus auch freundliche, korrekte und mitfühlende Offiziere beim Ministerium für Nationale Verteidigung, ich stand am Abend unserer Abschlussfeier vor der Kaserne mit meiner Lebensgefährtin, wie überlegten gerade, wie wir dort hinkommen, da hielt ein Auto vor uns, als Nutzer OSL Dittrich, den ich u.a. meistens mehrfach die Woche nach Garzau gefahren habe. Er fragte, wo wir hinmöchten, kurz erklärt, er sagte einsteigen, und wir wurden mit seinem zugeordneten Fahrzeug mit ihm direkt vor Ort gefahren. 😊

